24.5.25 — Als alles begann (v3)
Einleitung
IT-Supporter im 1st Level Support. Ein Kollege zeigt mir ChatGPT, fragt ob ich schon davon gehört hätte. Ja, hatte ich — aber fand KI befremdlich. Sich mit Nullen und Einsen unterhalten? Absurd! Er demonstriert: Eine Fahrplanauskunft generieren lassen. Nett, aber dafür gibt es Apps. Warum 23 € monatlich zahlen?
Aber irgendwie dachte ich: Ansehen schadet nicht. Die kostenlose Variante probieren.
Die erste Frage
So saß ich vor dem Chat-Fenster und fragte: Geht das? Ein ISO erstellen, Wartungsprogramme vereint auf einem USB-Stick. Live-Linux, Partitionierungstools — immer dabei. Bis heute habe ich diesen Stick nicht gebaut. Aber ich fing an, mit KI zu reden.
Krypto und Muster
Seit acht Jahren war ich im Krypto-Bereich aktiv. Ich stellte Fragen über Anlagestrategien, Kurs-Entwicklungen. KI ist keine Glaskugel, aber sie erkennt Muster im scheinbaren Chaos. Blockchains sind öffentlich — jede Bewegung nachverfolgbar. Die Idee entstand: Warum nicht Muster in Krypto-Daten erkennen? Wahrscheinlichkeiten für Kurs-Veränderungen berechnen?
ChatGPT wurde zu meinem Denkpartner. Nicht nur Frage-Antwort-Maschine — sie merkte sich unsere Gespräche, verfeinerte Ideen mit mir. Ich wusste, wo ich hinwollte, aber das WIE war unklar. Wie ein Architekt, der erst skizziert, dann baut. Gespräch für Gespräch entstand ein Plan. Ohne eine Zeile Code.
Wie erkennt man, warum ein Kurs stark fällt? Das steht im Orderbuch, antwortete GPT. Also: Orderbuch auslesen, analysieren, visualisieren. Die Idee wuchs.
Der Urlaub — 3000 km entfernt
Ich archivierte Anleitungen eines Traders auf meinen Server. GPT konnte sie lesen. Die nächste Idee: Regeln daraus extrahieren, KI prüfen lassen. Aber dann kam ein Zufall — das Projekt wurde geparkt.
Stattdessen: PostGen. Ich wollte nicht stumpf posten. Die meisten Posts sahen aus wie Webseiten aus den 90ern. Ich wollte Wiedererkennung: eigener Stil, eigene Schriftart, eigene Farben. Ein Branding. Oder eine Corporate Identity.
Ich besorgte mir einen alten ThinClient für 30 €. SSD eingebaut, Linux installiert — fertig war die Entwicklungsmaschine. Zugriff über SSH, Terminal, Tailscale. Der Server war ferngesteuert, und das war erst der Anfang.
Geburt beim Frühstück
3000 Kilometer entfernt, im Urlaub. Nur Laptop, WLAN, viele Ideen. Ich erklärte GPT meine Vision: Ein Generator für Posts. Bilder hochladen, Text dazu, generieren — fertig. Oder nur Text. Oder zwei Bilder zum Vergleichen.
GPT lieferte Code. Ich kopierte ihn auf den Server, startete. Was ich sah haute mich um: Eine komplette Weboberfläche. Texteingabe, Dummy-Upload für Bilder, Download-Möglichkeit für fertige Posts.
Jede freie Minute nutzte ich. Beim Spazierengehen, egal wo — Idee rein, kurz erörtert, beschrieben, Code raus. In GPT kopiert, ins Terminal eingefügt, gestartet. Webseite aufgerufen, begutachtet, getestet, weiter.
So wurde postgen.app geboren.
Schluss
Das war der Anfang. Nicht mit Plan. Mit einer Frage: Geht das?
Nachhall
Wie bist du an KI rangegangen — skeptisch, neugierig, beides?
Tech-Box: PostGen.app, GPT-4, ThinClient (30 €) + SSD + Linux, SSH/Tailscale, Remote-Entwicklung 3000 km entfernt